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Thema: Die Privatinsolvenz

  1. #1
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    Die Privatinsolvenz

    Nach der Statistik des in Hamburg ansässigen Unternehmens Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG beläuft sich die Zahl der Privatinsolvenzen bis einschließlich Juni 2012 auf bislang 65.581.

    Sehen wir uns die Entwicklung der Privatinsolvenzen zwischen 2000 und 2011 an, so hat sich diese fast verzehnfacht:

    2000: 14.024
    2001: 17.048
    2002: 46.849
    2003: 61.403
    2004: 79.061
    2005: 99.711
    2006: 127.293
    2007: 137.000
    2008: 120.289
    2009: 130.698
    2010: 139.110
    2011: 136.033
    2012: 65.581.

    Quelle: Bürgel

    Aufgrund steigender Kurzarbeit und Entlassungen sowie Firmeninsolvenzen wird folglich ebenso mit einem weiteren Anstieg der Privatinsolvenzen gerechnet.

    Änderungen in der Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz)

    Mit Beschluss vom 18.07.2012 hat das Bundeskabinett die Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens von sechs auf nunmehr drei Jahre beschlossen. Voraussetzung für diese zeitliche Verkürzung ist, dass es dem Schuldner gelingt, innerhalb dieser ersten drei Jahre nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens mindestens 25% der Forderungen sowie die entstandenen Verfahrenskosten zurückzuzahlen. Ferner soll eine vorzeitige Befreiung von den Restschulden nach nunmehr fünf Jahren dann möglich sein, wenn der Schuldner zumindest die Verfahrenskosten zurückgezahlt hat. Kann der Schuldner die vorgenannten Kriterien nicht erfüllen, bleibt es bei dem sechsjährigen Restschuldbefreiungsverfahren.

    Das beschleunigte Restschuldenbefreiungsverfahren soll einerseits dem Schuldner Anreize bieten, einen möglichst hohen Gesamtbetrag an seine Gläubiger zurückzuzahlen. Andererseits erhält der Schuldner so die Möglichkeit eines früheren Neustarts. Die neuen Regelungen stehen allen sogenannten „natürlichen Personen“ offenen.

    Wie sich der pfändbare Anteil errechnet

    Mit Datum 1. Juli 2011 wurden die Pfändungsfreigrenzen angehoben.

    Der pfändbare Anteil richtet sich nach dem monatlichen (oder auch täglichen oder wöchentlichen) Nettoeinkommen sowie nach der tatsächlichen Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen des jeweiligen Schuldners.

    Sah die Pfändungstabelle nach § 850c Absatz 1 und 2 Satz 2 der Zivilprozessordnung bislang eine Pfändungsfreigrenze in Höhe von 989,99 Euro pro Monat vor, so hat sich diese seit 1. Juli 2011 auf nunmehr 1.029,99 pro Monat erhöht.

    Die Höchstgrenze der pfändbaren Anteile beläuft sich auf ein Nettoeinkommen in Höhe von 3.154,15 Euro (bislang 3.020,05 Euro) monatlich. Je nach den persönlichen Verhältnissen des einzelnen Schuldners wird das zwischen Pfändungsfreigrenze und Pfändungshöchstgrenze festgesetzten Nettoeinkommen zwischen dem Schuldner und dem Gläubiger aufgeteilt. Nettoeinkommen, die über die Höchstgrenze von 3.154,15 Euro hinausgehen, dürfen komplett gepfändet werden.

    Die komplette Pfändungstabelle mit Pfändungsfreigrenzen können Sie dem Internet entnehmen.

  2. #2
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    Sehr interessant, danke!

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